Die zett hat sich mit der ersten Vorsitzenden des Künstlerinnenverbandes Bremen, Nicole Giese-Kroner, getroffen, Kunsthistorikerin und künstlerische Leiterin des Kunstzentrums Syker Vorwerk.
zett: Wie bist du zum Verband gekommen?
Nicole Giese-Kroner: Das war ungefähr 2019 im Rahmen eines gemeinsamen Ausstellungsprojekts. Ich war schnell beeindruckt vom Engagement und wurde schließlich gefragt, ob ich Mitglied werden möchte. So bin ich nach und nach hineingewachsen und habe den Verband als wichtiges Netzwerk kennengelernt.
Was macht den Bremer Künstlerinnenverband besonders?
Die Interdisziplinarität ist in Bremen eine große Stärke. Bei uns können zum Beispiel auch Kunstwissenschaftlerinnen Vollmitglieder sein und mitentscheiden, das ist nicht überall so. Außerdem sind die Wege kurz: Wir können direkt kulturpolitisch auf Landesebene mitwirken und werden gehört.
Was prägt das Jubiläumsjahr?
Vor allem Kooperationen. Megalophonia ist der Auftakt und wandert nun weiter nach Hamburg, Berlin und München. Parallel beteiligen wir uns an Projekten zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Tagung „Mapping Her* Studio“ in Kooperation mit dem Mariann Steegmann Institut Kunst & Gender im Juni. Zusätzlich entstehen ein Forschungsprojekt zur eigenen Verbandsgeschichte sowie Ausstellungen und Atelierführungen mit dem Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße. Insgesamt steht das Jahr ganz im Zeichen der Zusammenarbeit.
Welche Bedeutung hat der Verband heute?
Schon die Gründung war hochpolitisch. Leider zeigt sich bis heute, dass solche Strukturen weiterhin notwendig sind. Umso wichtiger ist unsere Arbeit: Wir bieten Vernetzung, Fördermöglichkeiten und Einblicke in kulturpolitische Prozesse.
Dein Wunsch für die nächsten hundert Jahre?
Dass wir streitbar bleiben, uns weiterentwickeln und nicht stehen bleiben. Genau das hält den Verband lebendig.