Gründerin Marie und Koch Kulla bieten hier dreimal die Woche einen Mittagstisch und einmal im Monat einen Sonntagsbrunch an, sie kochen unter anderem für einen kleinen Kindergarten um die Ecke und haben Kochkurse im Programm. An den Räumlichkeiten fällt besonders die fehlende Trennung zwischen Koch- und Gastraum auf. Genauso gibt es auch keine klassische Trennung zwischen Küche und Service: Marie und Kulla kochen bei Events selbst, bringen das Essen zum Gast und räumen ab.
Diese Art von gemeinschaftlichem Erleben von Kochen und Essen ist nicht zufällig entstanden. Bevor Marie die Räumlichkeiten übernahm, bot hier der Deutsche Hausfrauenbund e.V. niedrigschwellige hauswirtschaftliche Bildung an, wie beispielsweise Kochkurse für kleines Geld. Diesen Gemeinschaftsgedanken möchte Marie gerne fortführen: „Gastronomie ist ja sonst ein sehr individualisiertes Erlebnis“. Und so reiht sich das Projekt memories taste good in das Programm ein. Hier gibt es fünf Teilnehmende und fünf Termine, ganz im Zeichen des Miteinanders. Zu jedem Termin wird ein Rezept und ein Gegenstand mitgebracht, den eine der Teilnehmenden mit einer verstorbenen Person verbindet. Dann wird das Gericht gemeinsam gekocht, es gibt Raum, um über die Verstorbenen zu reden und dazu werden Fotos gemacht, die später künstlerisch in Form von Tischdecken verarbeitet werden. Was bleibt, ist nicht nur die geteilte Mahlzeit, sondern auch die geteilte Erinnerung.