Zwischen jungen Bands und alten Teppichen

MAIKE PARTEY

Wir sind in einem alten Industriebau, kurz hinter der Waterfront. Früher gehörte dieses Gebäude der AG Weser, heute ist es das größte Kunst- und Kulturhaus Bremens. Ateliers, Werkstätten und auch die Hipshake Studios finden hier ihren Platz, also der Proberaum der Band Paloma & The Matches. Zusammen mit Bianca (Paloma), Kai, Tom und Jelte (The Matches) sitze ich auf dem Boden, der ausgelegt ist mit Teppichen, an den Wänden selbstgebaute Schallschutzplatten mit farbigen Stoffbahnen, die wahrscheinlich direkt aus den Siebzigern kommen.

Seit fast zehn Jahren mache die Band nun miteinander Musik, erzählt Bianca. Ihren ersten Auftritt hatten sie am 07.07.2017 um 7 Uhr auf der Breminale. Als sie von einem freien Raum im Künstlerhaus Use Akschen hörten, zögerten sie nicht lange, ließen ihren früheren Proberaum, in dem sie stets froren, hinter sich und zogen 2023 in einen der etwa 85 Proberäume des Hauses. Eine Hochebene war schon vorher im Raum, ansonsten sei fast alles, von den Wänden der Aufnahmekammer bis hin zu besagten Schallschutzplatten, von der Band selbstgebaut.

Mit den Hipshake Studios schufen sie nicht nur einen Raum für ihre eigenen Aufnahmen und Proben. Die Band bietet hier vielen regionalen, aber auch internationalen Musikschaffenden ein Studio. In den Hipshake Studios haben unter anderem schon Bremer Indiebands wie Pilea, Tana River oder Elisabeth Frey ihre Musik aufgenommen; aber auch der australische Folk Artist Kaurna Cronin oder die kanadische Band The London Project haben hier schon gespielt.

Ob sich die Bremer Indieszene in den letzten zehn Jahren verändert hätte? Bianca erzählt, dass ihr Flinta*-Artists fehlen, Kai meint, dass zwar mittlerweile viele junge Bands nachkommen, es aber immer noch an niedrigschwelligen Möglichkeiten fehlt, Auftrittserfahrung zu sammeln. Bleibt abzuwarten, wie sich dies in den nächsten zehn Jahren Paloma & The Matches entwickelt.

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